Harlekin via black & tan

Seit einigen Jahren züchte ich ja nun Zwerg- und Kleinpudel in den beiden Farbschlägen harlekin und black and tan oder wie es auch im VDH heißt, schwarz/weiß gescheckt und schwarz/loh farben. Immer wieder kommen Anfragen von Welpeninteressenten, die gerne wissen möchten, was zum einen die Entscheidung für einen Pudel begünstigt und zum anderen, wo nun der Unterschied in den verschiedenen Farben liegt. Da ich ja nun zum einen mit Pudeln zusammen lebe und zum anderen täglich die Unterschiede zwischen den Farbschlägen vor Augen habe, versuche ich es immer mit meinen Worten und aus meiner Erfahrung zu erklären.

Es stimmt schon, dass der Pudel ein wirklicher Allrounder ist und vor allem so flexibel und anpassungsfähig, dass er nahezu schon unheimlich ist. Steht man mit seinem Pudel auf "Du", würde er einem niemals etwas verweigern. Nun ist es so, dass es ja verschiedene Farben gibt-zwei davon züchte ich-eben harlekin (schwarz/weiß) und black and tan (schwarz/loh). Ich habe mich ganz bewusst für diese Farben und die eben daraus resultierenden Wesenszüge entschieden. So gegensätzlich wie diese beide Farbschläge augenscheinlich sind, so ist auch ihr Wesen gänzlich gegensätzlich.

In der Welpenkiste hat man öfter das Gefühl, dass die Harlekine immer ein wenig hinter der Zeit her hinken, wo die Black and Tan`s schon lange mit allen vier Pfoten im Leben stehen, hat man das Gefühl, der Harlekin hält noch einen Dornröschenschlaf. Dem ist aber eigentlich nicht wirklich so, der Harlekin ist eher ein grübelnder Professor, der alles erst nach reiflicher Überlegung tut. Niemals aus dem Affekt heraus handeln, niemals handeln und dann erst fragen"...tut das weh"? - ...ist das gefährlich"? u.s.w. Ist der Harlekin überfordert, schließt er sofort die Schranken und man ist gut beraten, wenn man es für den Tag gut sein lässt, denn man kommt nicht mehr wirklich an ihn ran...

Geht man jedoch einen oder zwei Tage später die gleichen Geschichten wieder an, spult der Harlekin es ab, als hätte er nie etwas Anderes getan, es war nur für den Moment einfach sehr viel und für ihn weder abrufbar noch abspuhlbar. Die meisten Harlekine lassen sich schlecht, wie der Pudel eigentlich im Allgemeinen über Futter motivieren. Fressen und arbeiten geht meist nicht gemeinsam, da muss Mensch sich schon etwas einfallen lasse um ihn zu belohnen oder zu motivieren. Harlekine sind im Allgemeinen wesentlich früher ausgereift und zu sportlichen Leistungen bereit als zum Beispiel der Black and Tan im Folgenden Blata genannt.

Der Blata ist ein Herz auf vier Pfoten, ein offenes Herz auf vier Pfoten würde ich sogar sagen und wie offene Herzen es so an sich haben, sind sie auch sehr schnell zu begeistern, aber auch ebenso schnell bitter zu enttäuschen. Ein Blata ist ein Lebenskünstler , er entdeckt im Leben alles auf einmal und möchte auch gerne überall zur gleichen Zeit sein. Sie sind äußerst unternehmungslustig und teils auch quirlig. Einen jungen Blata auf vier Pfoten, sprich mit allen Vieren auf dem Boden zu halten ist schon fast ein Kunststück, welches es vom Menschen mit viel Geschick zu leisten erfordert. Allerdings mit ebensoviel Einfühlungsvermögen, denn diese offene Seele ist arg verletzlich. Ein Blata, der mit Gewalt und Drill gelernt hat, sich mühsam zu beherrschen ist eigentlich nur noch eine hündische Hülle in der Farbe black and tan. Denn sie laufen freudlos mit hängender Rute neben einem und da Pudelis im Allgemeinen niemals NEIN zu ihrem Menschen sagen, verrichten sie ihre "Arbeit" dennoch, aber eben ohne jedwede Freude.

Es erfordert zum einen Fingerspitzengefühl, wie auch Einfühlungsvermögen, aber vor allem, die Geduld, einen Blata ausreifen und erwachsen werden zu lassen. Sie brauchen dafür einfach ein wenig länger als der "sinnierende Professor Harlekin". Wer allerdings diese Geduld aufbringen mag, hat im Blata einen wirklich tollen Hund, der morgens nach dem Aufstehen einen Clown frühstückt, aber bei der Arbeit auch geistig gereift, dabei ist. Ein Blata läßt sich schon eher über Futter oder Spieli motivieren und belobigen.

Wer bereit ist, einem dieser Farbschläge die nötige Geduld und das nötige Einfühlungsvermögen entgegen zu bringen, hat einen traumhaften Partner, sowohl im Leben, wie auch in allen anderen Bereichen und kann gerne von mir einen Welpen bekommen. Allerdings gibt es eine Sportart, ich sehe sie halt nicht als Sportart, in dem ich meine Hunde nicht geben werde. Dabei handelt es sich um den sogenannten Schutzdienst, mittlerweile IPO genannt. Ich bin der Meinung, diese Art der Beschäftigung und Förderung gehört einfach in fachliche Hände, wo sie gebraucht wird. Wie z.B. Zoll, Polizei und dergleichen.