Vereinbarung über die Fortsetzung des Versuchszuchtprogramm
"Mehrfarbenpudel" (Neufarbenpudel) zwischen den die Rasse Pudel im VDH
betreuenden Vereinen DPK, VDP, ADP und PZV und dem VDH

Am 01.03.2013 trafen sich Vertreter der o.g. Pudelzucht-Vereine und des VDH um folgende Vereinbarung zu fixieren:

Die im Jahre 1991 durch den VDH genehmigte Versuchszucht für folgende Pudelvarietäten : schwarz/weiß gescheckt und schwarz/loh farben wird auf unbefristete Zeit verlängert. Aufgrund der Einstimmigkeit der 4 Pudelclubs wurde der VDH Vorstand gebeten bei der FCI diese Farbvarietäten in den Standard 172 aufzunehmen.

Farbvarietäten in den Standard 172 aufzunehmen.

Nachfolgend die Details des genehmigten Zuchtprogramms:

1. Standard (Farben)

Zucht und Ausstellung der neuen Farbvarietäten der Rasse Pudel erfolgen nach dem gültigen Pudelstandard FCI 172 mit Ausnahme der Farbgebung. Die Farben werden wie folgt definiert:

schwarz/weiß gescheckt

Bei dem schwarz/weiß gescheckten Pudel ist die Farbe weiß vorherrschend und wird von der Farbe schwarz scharf abgegrenzt. Der Kopf ist schwarz, wobei eine feine, weiße Linie von der Nasenwurzel bis zum ersten Halswirbel oder ein Tupfer in der Krone zulässig ist. Gleiches gilt für einen weißen Bart. Die ideale Zeichnung am Körper zeigt zwei oder drei schwarze Platten. Zwei sind entweder nebeneinander vom Widerrist über die Schultern oder von der der Nierenpartie bis zur Hinterhand verteilt. Drei Platten sind mehr oder weniger gleichmäßig vom Halsansatz über den Rücken bis zur Rute verteilt. Ein durchgehender schwarzer Rücken beeinträchtigt das Idealbild gegenüber der Plattenzeichnung, wird aber toleriert.

Unbedingt rein weiß müssen die Läufe, die Brust und der Unterbauch sein.

Schwarze Tupfen in den weißen Regionen sind unerwünscht. Farbverteilung: Vorzugsweise 60% weiß, 40% schwarz. Das Pigment ist gut gesättigt, die Haut unter Farbzeichnung  dunkel (silber). Die Lefzen und Nase sind schwarz, das Rachenpigment dunkel. Die Krallen können weiß, hornfarben oder bevorzugt schwarz sein. Die Augen sind dunkelbraun.

schwarz/loh-farben

Bei den schwarz/loh farbenen Pudeln ist die Farbe schwarz vorherrschend und wird von der Farbe loh abgegrenzt. Die Farbe loh sollte, je dunkler sie ist, bevorzugt werden. In symmetrischer Zeichnung leicht fließend unterbrochen und zwar in den Augenbrauen, in der Innenseite der Behänge, im Unterkiefer und an den Wangen, im beidseitigen Brustspiegel, an allen vier Läufen und am After. Die Zeichnung soll klar abgegrenzt sein. Farbverhältnis: Vorzugsweise 80% schwarz, 20% loh/tan. Das Pigment ist gut gesättigt, die Haut dunkel, Lefzen, Rachen und Nasenschwamm sollen schwarz wie möglich sein, Ballen u. Krallen sind schwarz. Die Augenfarbe ist dunkelbraun.

2. Regelungen für die Zucht der Farbvarietäten schwarz/weiß gescheckt und schwarz/loh farben:
Die Eintragung dieser Farbvarietäten erfolgt in einem Sonderregister des jeweiligen Pudelzuchtvereins mit folgenden   Kürzeln:

DPK = SRg = gescheckt, SR sl = schwarz/loh
VDP = VDP-B. (Beobachtungszucht mit Farbangabe)
ADP = ADP-NFR (Neufarbenregister mit Farbangabe)
PZV = PZV-RF (Anhang Register mit Farbanbabe)

Welpen aus der Versuchszucht, die in der Farbzeichnung von den Vorgaben abweichen, erhalten in den Ahnentafeln den Eintrag: Für die Weiterzucht aufgrund von Farbabweichung nicht geeignet. Einfarbige Welpen dürfen nicht ausgestellt werden, sind aber zur Weiterzucht in den Farben schwarz/weiß gescheckt und schwarz/loh farben zugelassen. Schwarz, weiß, apricot und rot kann gemäß den Verpaarungsvorschriften bei diesen  Farbvarianten eingesetzt werden.

3. Ausstellungen

Die Farbvarietäten schwarz/weiß gescheckt und schwarz/loh farben können auf allen vom VDH geschützten Ausstellungen ausgestellt werden. Sie erhalten Anwartschaften auf den Titel Deutscher Champion (VDH), Deutscher Jugendchampion (VDH), Deutscher Veteranen Champion (VDH), sowie die vom VDH vergebenen Tagestitel Bundessieger, VDH Europasieger und German Winner.

Begründung zum gestrichenen Absatz:

Auch die Toys sollten, wie die anderen Größen bewertet werden, da es sich um Versuchszuchten handelt und sie damit nicht mit den Standardfarben gemeinsam bewertet werden sollten.

Bei den Größen Toy, Zwerg, Klein und Großpudel werden die beiden Farbvarietäten in einer Klasse zusammen gefasst, d.h. für die beiden Farbvarietäten werden jeweils die Anwartschaften auf den VDH-Championtitel vergeben.

Im Vorfeld einer VDH-termingeschützten Ausstellung (Internationale, Nationale oder Spezialrasse-Ausstellung) ist vom Verein vor Vertragsabschluss mit dem Zuchtrichter zu klären, dass Pudel aus der Versuchszucht zu beurteilen sind und ob der entsprechende Richter dieses übernehmen möchte. Für den Fall, dass der Zuchtrichter dieser Verpflichtung nicht nachkommen will, ist dieses gegenüber dem Veranstalter einer Ausstellung, auf der der Spezialzuchtrichter eingesetzt werden soll, rechzeitig vor Vertragsabschluss mitzuteilen, sodass dem Veranstalter die Möglichkeit bleibt, einen anderen Zuchtrichter (entweder für die Rassevarietäten der Versuchszucht oder für die Rasse Pudel insgesamt) zu verpflichten.